Zufriedenheit

Per Mail am Smartphone unerreichbar

Endlich. Heute habe ich die privaten Emailaccounts auf meinem schicken Smartphone gelöscht. Abgerufen wird jetzt nur noch einmalig abends am Laptop über Thunderbird. Das muss reichen. Kein ständiges Blinken, Summen oder Piepsen, nur weil irgendein Newsletter, zum 100dersten Male abbestellt, wieder oder immer noch mit den neuesten Gimmicks, Features, Gadgets oder sonst einen verkrüppelten Mist auf sich aufmerksam machen will. Es reicht. Will ich einfach nicht mehr! Braucht kein Mensch.

Dazu noch die Nachrichtenkanäle von Spiegel.de und den Newssammler Newscron gelöscht und schon stellt sich ein Gefühl der Zufriedenheit ein. Erstaunlich, mit was der Mensch sich alles beschäftigt. Obgleich das nicht sein muss, oder? Sehe ich mir nur den heutigen Tag an, stelle ich mir berechtigterweise die Frage; Was mache ich hier eigentlich? Beispiel heute, am 29.06.2017. Muss ich wirklich über Dinge informiert sein wie:

  • Die Ehe für alle – Schwule und Lesben dürfen heiraten.

  • Türkei empört über Auftrittsverbot für Erdogan

  • IS-Kalifat im Irak am Ende

  • Mordfall des Oppositionellen Boris Nemzow

  • Kampf der G20 gegen Steuerflucht

  • Britische Minderheitsregierung

  • G20 Protestcamp im Hamburger Stadtpark

  • Armer Berliner U-Bahntreter leidet an Gedächtnisverlust

Und so weiter und so fort.

Nein, nein, ich muss echt nicht darüber informiert sein, denn ich kann nichts daran ändern. Und wenn man mal ehrlich zu sich selber ist; interessiert es einen wirklich persönlich? Ich denke nicht. Also spart man sich die Zeit und verwendet sie auf etwas anderes.

Manche schreien nun entrüstet auf; Aber nein, man muss doch informiert sein.

Sagt wer? Warum? Was bringt das? Erleuchtung? Zufriedenheit? Oder Glück? Eher nicht, denn stattdessen ärgert man sich doch in Wirklichkeit über so viel Stumpfsinn, Falschheit, Frechheit, Dreistigkeit, Dummheit und Abzocke von Politikern und Kriminellen. OK, ist beides das gleiche Lumpenpack.

Und seht ihr, man diskutiert (wenn auch nur mit sich selbst) über Dinge, die man wieder nicht beeinflussen kann und einen gerade deswegen verärgern. Und wieder frage ich mich dann, warum ich das mache. Vielleicht um mich wirklich zu informieren? Aber warum? Ich hab es.

Weil es alle anderen auch machen. Deswegen. Was auch bedeutet, dass sich viele Menschen mit Dingen beschäftigen, die sie genau genommen wieder  nicht wirklich interessieren und mit denen sie ihr kostbarstes Gut, die Lebenszeit, verschwenden.

Logische Schlussfolgerung:

Weg mit den Apps, die man nicht braucht. Weg mit Verlinkungen zu Seiten, die einen zuwerfen mit Meldungen, die nicht wichtig sind. Löschen der Kontakte bei sozialen Medien, die man gar nicht kennt und nur „geliked“ hat, weil jemand anderes sie kennt. Oder vorgibt zu kennen. Oder vielleicht auch nicht kennt? Ohje…, weg damit.

Als nächstes werde ich mich mit dem Minimalismus beschäftigen…

 

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