NEUSTART!

Der Mensch verallgemeinert sehr gerne. Das klingt dann so:

Die Leute verschwenden zu viel Zeit mit unbedeutenden Dingen.
Machen sich zu sehr Gedanken über andere. Bewerten oder werten sie ab.
Lästern über ihr Aussehen, ihr Verhalten.

So oder so ähnlich läuft es ab. Immer. Und noch viel lieber schließen wir uns nur zu gern aus, in dem wir sagen: „Oh nein, so bin ich aber nicht“.

Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Im folgendem verwende ich jetzt die Ich-Form, weil ich nur meine Person betrachte. Denn genau wie oben geschildert bin ich auch.Ich liebe es zu lästern. Vornehmlich über andere, ist ja klar. Hier einige Beispiele:

  1. Hat jemand etwas zu viel auf den Hüften; das ist in Ordnung. Schiebt jedoch so ein aufgepumptes Michelin-Männchen schwankend und wankend den randvollen Einkaufskorb aus dem Supermarkt und muss erst einmal durch den Döner auf der Hand Kraft tanken, dann ist genau das mein Opfer des Spotts. Mehr Bewegung und andere Ernährung. Notfalls Magenband. Mensch, friss mal weniger. Der Zeitpunkt, wo hätte gegengesteuert werden können, ist längst vorbei. Denn wirklich krank als Erklärung oder vielmehr als Entschuldigung für so viel Fettleibigkeit waren die wenigsten vorher.
  2. Schnarchnasen im Straßenverkehr sind mir ein Gräuel. Wo 50 erlaubt ist, soll gefälligst auch 50 gefahren werden. Nicht 40 und erst recht nicht 35 KM/h. Und es wäre schön, wenn der Blödmann oder das frischgelackte, stylische Püppi an der Ampel bei Grün auch endlich mal losfahren würde, anstatt ständig auf das verfickte Smartphone zu glotzen. Kein Mensch ist so wichtig.

So geht es weiter mit den Zombideppen, die nur noch auf ihr Handy starren und ihre Umwelt mit InEars ausgrenzen. Egal an welcher Stelle sich gerade im Straßenverkehr befinden. Der Musikgeschmack spiegelt sich über die Tanzelfe Helene Fischer und dem Aushilfsasozialen Bushido wieder. Zerrissene Hosen haben sich vom Ghettokind zum hippen Trendsetter gemausert. Gekrönt von der Salonfähigkeit der Schnellfickerbuchse, besser bekannt als Trainingshose. Und wieder die Wir-Form.

Und nun? Klar soweit? Habt ihr es verstanden? Ihr alle seid so. Weil wir alle so sind. Wir lenken alle gerne durch markige Sprüche von eigenen Unzulänglichkeiten ab. Wir zeigen gerne auf die schmutzige Wäsche von anderen, damit die eigene heller strahlt.

Das kann man so machen. Muss man aber nicht. Denn es erfordert viel Zeit, sich gedanklich mit und über andere zu beschäftigen.

An dieser Stelle möchte ich erzählen, was bei mir häuslich abgeht.

Seit einiger Zeit befinde ich mich in einer prekären Situation, für die ich als ausgewiesener    Pragmatiker bisher keine Lösung gefunden habe. Wie ihr hier nachlesen könnt, habe ich so einen schmierigen Lumpen von Stiefsohn an den Hacken, der sich wieder schön unter Muttis Schutz bei freier Verpflegung, Kosmetika, Internet, Strom und Wasser nach seinem 10 tägigem Wohnungsverweis wegen dem Tatbestand der häuslichen Gewalt als Stehpinkler und Nasenrotzer eingenistet hat.

Hinzu kommt, das seine Mutter, meine Frau, seit Jahren mit ihren Verdächtigungen, Verleumdungen und Verschwörungstheorien über schnüffelnde Schwiegereltern, intrigierende Nachbarn, verschwörerische Arbeitsstellen und verräterische Freunde aus Wuppertal die Beziehung aufs Äußerste strapaziert.

Mutter Angela und der Lumpensohn Driss, haben vieles gemeinsam:

• Beide wissen genau, wenn ihnen, ihrer Meinung nach, ein Unrecht zugefügt wurde.

• Beide wissen genau, das sie niemals Schuld haben.

• Beide sind auch nicht in der Lage, sich zu entschuldigen. Wenn doch, dann nur mit einem Nachsatz, was der Auslöser ihres (Fehl) Verhaltens war und das man selber ja schuld dran sei.

• Beide haben keine Freunde. Bei Angela ist niemand gut genug. Es gibt immer Gründe, vor allen die der verschwörerischen Art, um Menschen, die sich als Freunde anbieten, von sich fern zu halten.

• Der Lump hat nur noch einen Kumpel, der aber auch irgendwann fernbleibt, wenn er nicht mehr der Vorstellung entspricht. Freundin? Fehlanzeige. Die Letzte hat förmlich die Flucht ergriffen.

Da mache ich mir natürlich sehr viele Gedanken, da die Situation für mich immer mehr existentiell bedrohlich wird. Wie bekomme ich diesen arroganten, überheblichen, selbstgefälligen und realitätsfernen Schnorrer aus meinem eigenen Haus?

Rauswerfen? Geht nicht, Mutti lässt ihn wieder rein. Zusammen an einem Strang ziehen sieht anders aus.
Kostgeld verlangen? Geht, aber Mutti schiebt es dem Grosskotz im gleichen Monat hintenherum wieder rein.
Generell in den Haushalt mit einbinden? Lächerlich, das musste er dank Mutti noch nie.

Und weil ich so nett und gutmütig bin, habe ich ihm auch noch ermöglicht, eine Lehrstelle bei der Firma zu bekommen, wo ich arbeite. Wo er auch nicht wirklich in der Spur läuft. Das zu diesem Wichser.

Und meine Frau? Ebenfalls wie der Sohn ein Fall für psychologische Hilfe. Durch und durch mit sich, jedem und allem unzufrieden. Sie fühlt sich umgeben von Verrätern, Gaunern und Abzockern. Meistens ist sie damit beschäftigt, sich zu fragen, wie andere sich dies oder das erlauben, sprich finanziell leisten können. Oder verschiedene Personen auf der Jagd nach irgendeinem mysteriösen Erbe sie versuchen damit hineinzuziehen.

Sie sieht nicht, dass sie ein großes Haus mit Garten hat, ein Auto und Arbeit. Stattdessen sieht sie nur, wenn ich etwas nicht für das Haus kaufe. Soll mich rechtfertigen, wo mein Geld bleibt, was ich damit mache.

Am schlimmsten ist es für sie, wenn ich einmal in  der Woche, manchmal auch nur alle 14 Tage, mit einem langjährigen Freund für 2-3 Stunden Billard spielen gehe. Mit will sie nicht, reden kann sie mit keinem und das dritte Rad am Wagen will sie auch nicht sein. Dann wird sie beleidigend, mitunter laut, heult rum und droht mit Scheidung. Das ist unschnallbar und mir vollkommen unverständlich!

Soviel zu den Gedanken und zur Geschichte.

Heute am 03.08.2017, habe ich beschlossen, auf solche Dinge keine Zeit mehr zu verschwenden. Daher wird dies auch der letzte Artikel, indem ich mich noch einmal schön auskotze. Auch Meinungen zur Politik und Ähnlichem werde ich nicht mehr schreiben. Weil es nichts bringt.

Ich werde mich nur noch um die Dinge kümmern, die mich interessieren. Die mir Spaß bereiten. Für mich wichtig sind.

Dazu habe ich ein wenig gegoogelt und allerlei schlau Sprüche gefunden. Warum das Rad neu erfinden? Es gibt schon alles, also einfach nutzen. Z.B.:

  1. Funktioniert mein Weg nicht, versuche ich einen anderen. Falls es wichtig genug erscheint.

  2. Geht es mich was an? Nein, dann vergesse ich es, oder Ja, ich suche eine Lösung.

  3. Kann oder will ich es ändern? Nein, einfach vergessen. Ja, ich suche eine Lösung.

  4. Ich verändere Blickwinkel und / oder die Einstellung.

  5. Ich halte mich nicht lange mit unlösbaren Dingen auf. Andere kümmern sich nicht drum solange ein anderer Depp es macht. Ich bin kein Depp.

Ich benutze maximal drei Ansätze. Komme ich zu keinem Ergebnis reiche ich es weiter oder vergesse es einfach. Sollen sich andere einen Kopf machen.

So oder so ähnlich wird es in Zukunft ablaufen, denn andere zu bewerten bringt niemandem einen Nutzen und ändern wird sich dadurch auch nichts. Zumal die meisten wohl gerne stundenlang diskutieren. Gerade die Deutschen sind ja zu einer Gesellschaft frömmelnder Sprücheklopfer verkommen, die aber nicht den Arsch in der Hose haben etwas zu entscheiden oder gar was zu bewegen.

Nun denn, ich lass es dann mal laufen…

Spruch der Woche: Verplempere nicht meine Zeit, denn die ist kostbar.

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